Hype, hyper, STAR WARS (!!!11!!)

Ein paar Gedanken zum Krieg der Sterne und seiner Zukunft.

HINWEIS: Dieser Text enthält äußerst marginale SPOILER, diese sollten aber niemandem den Filmgenuss ernsthaft schmälern.

Kylo Ren geht Holz hacken. Auf der Starkiller Base ist es kalt und der Kamin will befeuert werden. © Lucas Film / Disney

Ja, der Film Das Erwachen der Macht ist in Ordnung. Er macht Spaß. Kurz: er ist gut. Hier könnte ich eigentlich auch aufhören, tue ich aber nicht. Also: Wird der Film seinem Hype gerecht? Nein, muss er aber auch nicht. Die Rezensionen zum Film reiten die riesige Hypewelle, die Disney und J.J. Abrams und wer auch immer genau für den Schnitt der Trailer verantwortlich ist, erfolgreich angetrieben haben und halten sie damit auch mit aufrecht.

Was meine ich damit? Inzwischen sind alle so übersensibilisiert was Spoiler angeht, dass eine Rezension eines solchen Films erst einmal nicht viel mehr sagen kann, als: gut oder schlecht. Dann eben nur in weiß wer auch immer wie vielen Worten. Ich folge verschiedenen Film-Channels auf YouTube und alle haben ein sogenanntes „non-spoiler review“ veröffentlicht, inzwischen sind die „spoiler talks“ gefolgt.

Bevor ich den Film am Abend des 17. Dezembers gesehen habe, stand der Film bei 99% bei Rotten Tomatoes, das heißt mit Ausnahme von zwei oder drei Kritikern fanden die meisten den Film gut. Das hat sich inzwischen verändert und der Film steht der Film bei 94% und das ist immer noch überaus gut und wird vermutlich sich so bleiben.

In den Wochen des Wartens war meine Befürchtung, dass wenn irgendetwas überhaupt dem Film schaden könnte, dann eventuell der Fan-Service in Form von Referenzen auf die Originaltrilogie. Dabei habe ich mehr oder weniger recht behalten. Aber ruiniert hat der dritte, noch größere Todesstern, der zwar anders heißt, aber ansonsten das gleiche in weiß ist. Grundsätzlich erinnern sehr viele Plot-Elemente, Schauplätze und Charaktere an die früheren Filme. Das mag einen seltsamen Beigeschmack haben, ist aber Teil des Rezepts, einen Film zu machen, der möglichst vielen Zuschauern zusagt. Mir hat er gefallen. Beim zweiten Mal noch ein bisschen mehr. Die lustigen Szenen waren komischer, die dramatischen Stellen effektiver und so weiter. Die neuen Figuren gefielen mir von vorneherein, obwohl einige wenige ziemlich blass blieben, insbesondere auf Seiten der Bösen.

Aber was bringt die Zukunft für das „Franchise“ Star Wars? Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir bis auf weiteres jedes Jahr mindestens einen neuen Film sehen werden, der in diesem Universum spielt und für die nächsten fünf Jahre steht das auch schon fest. Das „intellectual property“ von Lucas Film, das Disney 2012 für fast billige vier Milliarden Dollar erworben hat, will schließlich refinanziert werden. Das wird aber nicht lange dauern. Bleibt die Frage: wie lange geht das gut? Wann reißt das Popkultur-Fließband und fliegt dem Studio und dem gesamten Pseudo-Nerd-Publikum um die Ohren?

Ich vermute, dass es nur eine Frage der Zeit ist, dass ein Star Wars Film nichts mehr besonderes ist. So, wie Comic-Verfilmungen mittlerweile zum Standard des immergleichen Kinojahres gehören. Die schlechten Star Wars Filme, die wir zukünftig erleben, werden aber vermutlich nicht mehr die gefühlt verbrannte Erde hinterlassen wie die unsägliche Prequel-Trilogie. Diese ist wohl hauptsächlich daran gescheitert, dass George Lucas eben zu wenig kontrollierenden Einfluss eines Studios hatte und sich mit seinen künstlerisch begrenzen Mitteln ohne Widerworte hat austoben können. Daredevil und Catwoman haben Guardians of the Galaxy nicht verhindert. Der nächste schlechte Star Wars Film wird das Franchise auch nicht zerstören können.

Aber, zurück zum Thema: es gibt einen neuen Star Wars Film und er ist gut. Am Montag sehe ich ihn mir zum dritten Mal an, dann aber auf Englisch und in 2D.